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Erinnerungen an eine gemeinsame Nacht

Sonnenaufgang

Äusserlich gelassen und ruhig sitze ich da, in der Hand eine Tasse Rose d’Amour, den Blick weit entfernt in die unendliche Leere gerichtet. In Gedanken ziehen die Geschehnisse der letzten Nacht vorbei – die gemeinsamen Stunden, die Berge und Täler der Stimmungen und Momente und die Nähe und Wärme des Höhepunktes. Das Aufwachen am nächsten Morgen, welches seltsam und doch irgendwie schön war. Und gleichzeitig die Einsamkeit dieses gemeinsamen Moments, der nur scheinbar und nach aussen von Intimität geprägt war. Ich fühlte mich selten fremder. Nicht fremd gegenüber dir, sondern gegenüber mir selbst. Nicht der Moment irritierte mich, nicht was wir taten oder eben nicht taten, sondern meine Gefühle, deren Kälte und die gleichzeitige Wärme des Momentes, die widersprüchlicher kaum sein konnten. Und kaum verliess ich dein Zuhause, war ich wieder ich selbst. Liebevoll mir selbst gegenüber, voller Rücksicht auf meine Wünsche und Gefühle und mit Güte und Herzlichkeit gegenüber meinen Schwächen. Nicht mehr ausgesetzt einer Situation, der ich nicht gewachsen zu sein schien, blühte ich auf und genoss den kühlen Morgen, den Aufgang der Sonne und die Zeit mit mir selbst.
Habe ich etwa gelernt, mich selbst zu lieben, nicht angewiesen auf die Bestätigung meiner selbst durch andere? Und schon war die Kälte des nächtlichen Moments vorüber und die Erinnerung daran schien nur noch eine blasse Ahnung zu sein. Im Lichte dieses Morgens aber wird diese Erinnerung stets eine Gute bleiben. Denn in gewisser Weise war dies der erste Schritt meines Aufbruchs in eine neue Welt.

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Erinnerungen an Dich – Teil 3

Schneeschaukel (Quelle: blogigo.de)
In der Nacht konntest du selten ruhig schlafen. Ich stellte mich schlafend daneben, um dir keine Gewissensbisse zu machen, dass du mich auch wach hälst. Oder wir redeten bis uns die Augen von alleine zu fielen. Spätnachts, in den Stunden, in denen die Geister der Mitternacht bereits wieder in ihre Spuckschlösser zurückkehrten, kamen uns die tollsten Ideen.

Du warst unruhig und ich schlug vor, noch etwas spazieren zu gehen. Du hieltest es erst für einen Scherz und meintest, ich sei doch müde und würde das nur ihr zuliebe vorschlagen. Wie recht du hattest. Trotzdem brauchtest du das nicht zu wissen, denn ich wollte für dich da sein. Schlafen würde ich noch lange in meinem Leben.

Wir zogen uns etwas Warmes über und schleichten aus dem Haus deiner Eltern. Du liefst in den dicken Trainerhosen los – wer würde uns um die Zeit schon sehen. Wir wanderten und wanderten. Die stille Nacht verströmte ihre kühle Luft und ihre dunkle Ruhe. Unzählige Sterne glänzten am Firmament und beleuchteten unseren Weg. Eine Strassenbeleuchtung nur für uns zwei.

Die Schaukel eines einsamen Spielplatzes reizte dich. Wir setzten uns darauf und flogen. Immer weiter, immer höher. Den Sternen so nah wie nur möglich. Der Übermut überkam uns. Ich stelle mir vor, wie wir beide in den Himmel fliegen würden, weg von der Welt. Nur wir zwei im endlosen dunklen Himmel, den Sternen immer näher, dem Mondmann zuwinkend und immer weiter.

Zufrieden und müde spazierten wir zurück.
Nur wir zwei, in der dunklen Nacht.

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Unbeschreibliche Momente

Wandern durch einen Wald,
Licht im grünen Blätterdach,
Sonnenstrahlen, die mich liebkosen,
das Zwitschern der Vögel,
das Knirschen des Kieses,
das Rascheln der Blätter,
unter meinen Füssen,
den durch mein Haar streichelnde Wind,
die Wärme des Lichts…

Das Plätschern der Regentropfen,
an die Fensterscheibe,
den Weg der Sonnenstrahlen,
durch die grauen Wolken,
das Spiegeln des Lichts,
in jedem Wassertropfen,
einen heissen Kaffee,
in meinen Händen,
träumerische Musik,
die mich umgibt…

Im Halbschlaf in den weichen Federn,
sanft von den Sonnenstrahlen geweckt,
umgeben von der Wärme der Nacht,
gebettet auf weichen Wolken,
ein wunderschöner Traum,
langsam verschwindend,
einen warmen Körper,
neben sich spürend,
sich anschmiegend,
die Zeit geniessend.

Das sind Momente, die keinen Namen tragen sollten.
Namen würden diesen Momenten die Schönheit rauben..

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