Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

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Sein und Nichtsein

Forme Ton und bilde ein Gefäss:
Es ist die Leere, die es brauchbar macht.
Schneide Tür und Fenster aus, damit ein Raum entsteht:
Es sind die Löcher, die ihn brauchbar machen.
Also kommt Gewinn durch das, was da ist,
Brauchbarkeit durch das, was nicht da ist.

Lao-tzu

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It’s just a dream

Wunderbar passend zu diesem Herbsttag…

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Loneliness

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Music for one apartment and six drummers



Alt, aber immer noch sehr gut!

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Lange Zeit

Herbstweg

Diese letzten Sonnenstunden,
treibend im herbstlichen Wind
und Gedanken fliegen ins Uferlose,
wo Sein und Haben nicht zu finden sind.

In Gedanken fliegen auch Gefühle,
letztlich weg von mir und doch,
bleibt ein Rest in meinem Herzen,
der Wärme und Sonne für den Winter borgt.

Diese Gedanken sind an dich gerichtet,
die du mich seit Jahr und Tag begleitest
und dein Spuren Paar im Sand sich zeichnet,
stets auf meinem Weg dabei.

Du weisst es nicht, was ich hier fühle,
sollst’s nicht wissen, einerlei,
weil du endlich würdest leiden müssen,
wenn ich nicht geben kann, was du verlangst.

Und so flieg ich im Herbstwind weg von hier,
in der Gedanken und Gefühle Boot,
schwebe, treibe, fliege, fühle,
was ich keinem Menschen je entbot.

Du bist der Wind, der mich begleitet,
mich trägst und stützt auf meinen Flug,
unsichtbar, doch immer da.
Selbst unwissend ob dem Sein in meiner Seele
und deinem Platz in meinem Herzen,
seit ich dich zum ersten Male sah.

 

[Etwas Altes ausgegraben…]

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Rückkehr ins Leben

Wenn ich beschreiben müsste, wie ich mich gerade fühle, so würde es nur auf einen Begriff hinauslaufen: Befreit.

In den vergangenen Wochen war ich wie selten bisher in meinem Leben so stark auf mein Innerstes fixiert und habe den Kontakt zu jeglicher Aussenwelt verloren. Als wäre das Draussen nur ein Schatten der Erinnerung, so verweilte ich in dem wohlbekannten Garten meiner Seele. Jeden Baum und jeden Strauch kenne ich, jede Blume ist mir bekannt seit dem Zeitpunkt, an dem sie die ersten Spitzen ihrer Blüte aus der Erde streckte. Und doch lebt der Garten und verändert sich in jeder Sekunde meines Lebens. Wo im letzten Moment noch glatte Erde war, zeigen sich im Nächsten die ersten Anzeichen von neuem Leben. Und dieses Leben ist kostbar und will beschützt werden. Doch wie soll das gelingen, wenn der Hüter des Gartens damit beschäftigt ist, sich selbst zu schützen?

Wie ein Befreiungsschlag scheint nun dieser Moment, in dem ich einfach nur sein kann und jegliche Kontrolle über meine Gedanken verliere. Und mich wieder spüre. Da ist etwas, das selbst nicht in meinem Garten präsent war und lediglich als zarte Wolke vor der Sonne erschien. Nichtsahnend, dass die Wolke nur meine Missachtung vor der Sonne selbst war, lebte ich dahin. Jetzt, da die Wolke sich aufgelöst hat und die erste Herbstsonne mir in das Gesicht scheint, mich wärmt und mit ihren Strahlen zärtlich streichelt, fühle ich die Verbundenheit zum Leben und die Kraft deiner Anwesenheit. Erschienst du mir in den vergangenen Wochen nur eine wichtige Begleiterin meines Lebens zu sein, so warst du doch stets die Wichtigste gewesen. Wie blind wandelte ich durch den Alltag, nicht erkennend, wofür ich eigentlich lebte. Es gab sogar Momente, in denen ich meine Gefühle auf andere Menschen projizierte, nur um der Wirklichkeit entgehen zu können. Denn du bist es, die mich zurück ins Licht führte, die mir Sonne war und die mir den richtigen Pfad zurück in mein Leben zeigte.

Nackt bin ich nun. Nackt stehe ich vor meinem Leben und vor dir und unmöglich scheint mir, mich vor der Wahrheit zu verbergen. Und auf diese eine bestimmte Art und Weise bin ich glücklich darüber. Denn du hast mich vor diesem Schatten befreit und mir die Freude meines Lebens zurückgegeben.

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Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt

Aus Mythen und Märchen wissen wir, dass es viele verschiedene Arten von Macht auf dieser Welt gibt. Das eine Kind bekommt ein Lichtschwert in die Wiege gelegt, ein anderes die Erziehung eines Zauberers. Die Kunst dabei ist, nicht all die verschiedenen Arten von Macht, die im Angebot sind, anzuhäufen, sondern die, die Ihnen gegeben ist, gut zu nutzen. Introvertierte bekommen einen Schlüssel zu einem privaten Garten voller Reichtümer gewährt. Einen solchen Schlüssel zu besitzen bedeutet, wie Alice im Wunderland ein Kaninchenloch hinunterzupurzeln. Es war nicht ihre Wahl, ins Wunderland zu gehen – aber sie machte daraus ein Abenteuer, das frisch, fantastisch und ganz ihr eigenes war.

Susan Cain

Der würdige Abschluss eines sehr guten Buches über Introversion und ihre Bedeutung in der heutigen Welt. Viele Introvertierte fühlen sich heutzutage in eine Umgebung gezwängt, die nicht ihrem Naturell entspricht und eher darauf ausgelegt ist, zu präsentieren, zu gelten und zu scheinen. Dabei möchte man sich doch viel eher intensiv mit Dingen beschäftigen können, sich von komplexen Problemen faszinieren lassen oder sich in einem guten Buch vertiefen können. Vor allem aber möchte man oft alleine sein und den Trubel dieser Welt ignorieren dürfen. Kurz: man möchte sich „normal“ verhalten dürfen.

Deswegen sind Introvertierte aber noch lange nicht stille Einzelgänger oder gar asoziale Gesellschaftsverweigerer! Ganz im Gegenteil: Wir schätzen die Gesellschaft anderer sehr und lieben gute und intensive Gespräche. Von einem Gespräch aber erwarten wir Tiefe und Bedeutung und keinen oberflächlichen Smalltalk. Von Gesellschaft erwarten wir eine angenehme Atmosphäre und ein überschaubares und verarbeitbares Spektrum an Reizen und Eindrücken. Und wenn Extravertierte sich dieses Umstandes bewusst werden, haben sie einen Freund an ihrer Seite, der stets für sie da sein wird, der zuhören und trösten kann.

Susan Cains Buch beschreibt nicht einfach nur das Wesen der Introversion oder deklariert sie gar als Krankheit. Susan Cain beschreibt das Ansehen der Introversion in der heutigen Gesellschaft und das Spannungsfeld, in dem wir Introvertierten uns sehr oft bewegen. Sie legt den Aufstieg der Extraversion als Gesellschaftsideal dar und präsentiert Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft. Die Extravertierten fordern die Teilhabe an ihrer Welt und ihrem trubelhaften Gemeinleben, wir aber möchten eher eine stille Welt abseits davon. In dem sie auf beiden Seiten für Verständnis für die Eigenarten und Denkweisen des jeweils Anderen wirbt, zeigt sie einen Weg auf, uns in einer Welt der Mitte zu treffen. Denn nicht zuletzt sind viele der genialsten Köpfe der Menschheit Introvertierte gewesen. Und gibt man diesen die Chance, sich einzubringen und ihre Ideen zu präsentieren und zu verfolgen, so schadet das wohl niemandem.

Introvertierte sind keine „anderen Menschen“, Gestalten von einem fremden Planeten oder gar „irgendwie krank“. Wir sind keine Minderheit, sondern die Hälfte aller Menschen. Wir sind lediglich nur etwas stiller als die übrige Gesellschaft…

 

Cain, Susan (2011). Still, die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt. München, Riemann Verlag. ISBN: 978-3-570-50084-2

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Für die Männer, die fürs Hemden bügeln immer noch zu Muttern gehn

How to iron

[Source: http://artofmanliness.com/2012/08/23/how-to-iron-shirt-a-dress-shirt/]

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I’m just human

Meine persönliche heutige Neuentdeckung.

Das neuste Album gibt es übrigens kostenlos über deren Website zum Download („Free“ im Bild anklicken, Mail angeben, Link in der E-Mail öffnen).

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