Archiv der Kategorie: Ereignisse

Mediales Massaker mit Ekel-Faktor

Gestern Abend fiel wohl endgültig der Beschluss, dass ich zukünftig nur noch auf die Nachrichtenportale richtiger Tageszeitungen setzen werde und diejenige von Gratisblättern zu meiden versuche. Ich machte zwar schon immer einen grossen Bogen um bestimmte Nachrichtenportale (Blick, sag ich da nur!) und auch deren Printblätter verwendete ich nicht einmal, wenn ich sie gratis bekäme und nur zum Anzünden eines wohligen Kaminfeuers benutzten sollte. Aber was seit gestern Abend auf dem Nachrichtenportal von 20min abläuft, sprengt jede Dimension des Erträglichen und lässt auch dieses endgültig in der Versenkung meiner Achtung verschwinden.

Worum es konkret ging?
Kaum erschoss ein Amokläufer in den USA an einer Schule einige Kinder, rollte die Medienwelle los. Breaking News, gross und mit seitenfüllenden Bildern unterlegt, Live-Ticker mit allen (wichtigen?) Details, Bildern und Videos, ganze Bildstrecken von verstörten Angehörigen und Polizisten, dekorativ um die Schule postiert. Dazu laufend Einzelbeiträge zu allen Aspekten der Thematik, am besten noch verknüpft mit Analysen von Experten zu Drogenmissbrauch, Gewaltspiele und Waffengesetzen. Die Kommentarspalten voll mit Beleidsbekundungen, Kritik an Waffen, Drogen, Familienkonstellationen oder am amerikanischen Gesellschaftssystem.
Ekelerregend, wie diese Geschichte ausgeschlachtet wurde, als gäbe es auf der ganzen Welt keine andere Thematik mehr. Erst wenn man bereit war, einige Seiten zu scrollen, erkannte man, dass die Welt nicht stehenblieb und auch noch andere Ereignisse geschahen. Versprach 20min einst eine Gratiszeitung zu werden, die ein gewisses Niveau an Seriösität versprach, so ist sie heute nur noch zu einem Blick-Pendant verkommen. Mit der Bekanntheit kam die überbordende Sensationsgeilheit. Qualität ist zweitrangig und Hintergrundberichte bedeuten zu viel Arbeit. Was es braucht sind Bilder, Videos, Diskussionen und Klatsch. Hauptsache: Emotionen auslösend. Dass damit wohl unzählige Leser verprellt werden, scheint niemanden zu stören.

Traurig, liebe 20min, dass ihr so tief gesunken seid.

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Über die Kritik Grass‘ am Staate Israel

Link zum Gedicht

Ein weiteres Fettnäpfchen in der Sammlung von Günter Grass. Ungeachtet des Inhaltes der Kritik ist gerade der Kritiker selbst sehr umstritten. Immer wieder kommt der Vorwurf seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS, sobald er in irgendeiner Weise Kritik an der Politik Israels übt. Wer jetzt noch mit der Aussage „Er hätte es früher sagen müssen.“ kommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Vergangenes ist vergangen und Menschen können sich ändern.

Deutschland ist immer noch hoffnungslos in einer Phase der Selbstkritik und pauschalem Schuldgefühl verstrickt. Bald 70 Jahre ist es her, dass Hitler mit seinem Selbstmord den Krieg endgültig beendete. Wenige, die damals aktiv Greueltaten verübten, leben noch und die neue Generation wuchs mit einem indoktrinierten Gefühl für die Verantwortung für diese Taten auf. Kaum einer von ihnen hat aber je aus antisemitischen Hintergründen einem Juden Gewalt angetan. Wo endet also die Verantwortlichkeit für die Vergangenheit?

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Im Gedenken an Trayvon Martin

Im Gedenken an Trayvon Martin.

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März 27, 2012 · 8:02 am

SVP – Schmierentheater Von Parteifreunden

Christoph blocher

Eine weitere Episode in der Affäre Hildebrand.

Hoffte man bereits, die Affäre wäre endlich ausgestanden und alle Artikel zu dieser Thematik aus den Medien verschwunden, so war die Hoffnung vergebens. Denn nun kommt Stück für Stück ans Licht, was hinter dem Vorhang für Strippen gezogen wurden. Nicht nur, dass es darum ging, aus einem kleinen Fehler einer exponierten Persönlichkeit maximalen Profit zu ziehen. Nein, es scheint immer mehr bestätigt zu sein, dass es sich um eine persönliche Fehde handelte.

Was war passiert?

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Zum 180. Todestag

Der Zauberlehrling (von Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort’ und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen;
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willsts am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach, ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

“In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur, zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.”

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Zum 180. Todestag

Der Erlkönig (von Johann Wolfgang von Goethe, 1794-1832)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? —
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? —
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. —

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ —

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? —
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. —

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ —

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? —
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. —

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ —
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! —

Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

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Ich liebe die Briten.

Mit Unterhaltskosten von rund 100 Pfund per annum war Humphrey billiger als der offizielle Kammerjäger der Downing Street, der jährlich 4000 Pfund berechnete, aber angeblich keine Maus fing. Ein detailliertes Memorandum des Cabinet Office aus dem Jahr 1992 stellte ihm ein makelloses Dienstzeugnis aus: „Er ist ein Workaholic, der fast seine gesamte Zeit auf seinem Posten verbringt. Er ist nicht vorbestraft, hat wenig sozialen Umgang und war nach unserem Kenntnisstand noch nie in Sex- oder Drogenskandale verwickelt“.

Am 7. Juni 1994 wurde er in der britischen Presse beschuldigt, vier Rotkehlchenküken aus einem Nest unweit des Fensters zum Arbeitszimmer des damaligen Premiers John Major getötet zu haben; Major entlastete ihn jedoch am folgenden Tag. Er sei sich ziemlich sicher, so Major, „dass Humphrey kein Serienmörder ist“. Aus Aktenvermerken, die dem Daily Telegraph vorliegen, geht hervor, dass die Vorwürfe intern als „verleumderisch“ und „völlig unbegründet“ eingeschätzt wurden.

Ein weiteres Mal geriet er in die Schlagzeilen, als er bei einem Staatsbesuch Bill Clintons fast von dessen zwei Tonnen schwerem Cadillac überrollt wurde.

Im November 1997 mahnte Jonathan Reeve, der für Humphrey verantwortliche Beamte, dennoch eine Ausmusterung Humphreys an. […] und so wurde er am 13. November 1997 in die Obhut eines älteren Ehepaares in Südlondon übergeben. Humphreys Nierenleiden wurde als Grund für die Entscheidung angeführt, doch die britische Presse vermutete eine Intrige der angeblich katzenfeindlichen Cherie Blair; es kam sogar das Gerücht auf, die Gemahlin des Premiers habe die Tötung Humphreys befohlen.

Und um wen geht es hier nun eigentlich?

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Just kidding, Dude! I’ll write again.

Only kidding, Dude! Let’s rock (again)!

Der Nachteil von Tumblr-Blogs ist, dass das Bloggen längerer Texte doch eher ein Übel als eine Möglichkeit ist. Zum einen sei da die unangenehme Darstellung genannt, zum anderen die Vermischung mit verschiedensten Medien, die dazu führt, dass die Bewahrung einer gewissen Übersicht kaum möglich ist. Darum nutze ich diesen Blog erneut, hauptsächlich für längere Texte. Also wie bisher.

Sei es, als ob ich nie weg gewesen wäre.

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Ich habe das Ende des Internets gefunden!

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Februar 24, 2012 · 2:21 pm

Die Untersuchung von Schädelhirntraumata durch Brachialgewalt in den Asterixheften

”[…] untersuchten Marcel Kamp (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Mitarbeiter in Acta Neurochirurgica (Bd. 153, S. 1351) die Fälle von Schädelhirntraumata durch Brachialgewalt in den Asterixheften. Insgesamt wurden in sämtlichen 34 Asterix-Bänden in einem Zeitraum von über 50 Jahren 704 Fälle gezählt, wobei allerdings bei keinem Römer bleibende Schäden zurückblieben. Fazit der Untersuchung war, dass eine Vielzahl solcher Verletzungen hätten vermieden werden können, wenn die römischen Legionäre, wie auch moderne Menschen, konsequenter von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hätten, den Helm unter dem Kinn mit einem Band zu befestigen. Denn in 90 % der Fälle verloren die Römer den Helm vor der Verletzung.”

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