Das Beunruhigende an der Person Eichmanns

Das Beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, dass er war wie viele und dass diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und unerschreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unseren moralischen Urteilsmassstäben gemessen war die Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenommen, denn sie implizierte, … dass dieser neue Verbrechertypus … unter Bedingungen handelt, die es ihm beinahe unmöglich machen, sich seiner Untaten bewusst zu sein.
[…]
In diesen letzten Minuten war es, als zöge Eichmann selbst das Fazit der langen Lektion in Sachen menschlicher Verruchtheit, der wir beigewohnt hatten – das Fazit von der furchtbaren Banalität des Bösen, vor der das Wort versagt und an der das Denken scheitert.

Hanna Arendt, in: “Eichmann in Jerusalem”

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März 15, 2012 · 7:17 pm

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