Der dritte Polizist, der eigentlich das Opfer war

Flann O’Brien – Der dritte Polizist

Ich las gerade eines der seltsamsten Bücher, das ich bisher gelesen habe (und ich habe viele gelesen!).

Es handelt von Fahrrädern. Das Problem von Fahrrädern ist ja, dass sie häufiger verloren gehen. Ob gestohlen oder einfach nur verlegt (verstellt?) in einem Alkoholrausch sei nun mal dahingestellt. Aber ein Fahrrad ist auch immer etwas Mensch, bzw. Besitzer. Und der Radfahrer ist etwas Fahrrad. Je nach Dauer des Fahrens während der Lebenszeit meist etwas zwischen zwanzig und sechzig Prozent. Es verwundert dann auch nicht, dass die Begrüssungsfrage des diensthabenden Polizisten einer Polizeiwache meist einfach nur lautet: “Handelt es sich um ein Fahrrad?”

Aber eigentlich geht es auch um eine schwarze Kassette. Eine Geldkassette. Das Ergebnis eines Raubes und der Grund für jahrelanges Misstrauen zweier “Freunde” zueinander. Diese Kassette ist auch der Grund, wieso dieser Mensch in der Wache eintrifft und diese verhängnisvolle Frage gestellt wird. Auf der anderen Seite ist diese Kassette wiederum auch keine Kassette sondern eher….

Mit dem Satz “Es ist nicht allgemein bekannt, wie ich den alten Phillip Mathers umgebracht habe; ich zerschmetterte ihm die Kinnlade mit meinem Spaten.” beginnt dieses Buch und stellt letztendlich alles in Frage, woran ein Mensch glaubt. Realität wird gegenstandslos, Unrealistisches wird zur Tatsache. Doch was ist nun wirklich real? Und was nur ein Produkt der Fantasie?

Die Handlung ist nur schwer zu beschreiben, daher beschränke ich mich auf den Klappentext:
“Seltsames geschieht. Ein Mörder weist dem Ermordeten den Weg zur Geldkassette. Sie befindet sich auf der Revierwache; – dort auch zwei Beamte – wo bleibt der dritte Polizist? -, ausschliesslich mit Registrierung, Suche und Exekution von Fahrrädern beschäftigt. Der Mörder, unfreiwillig Teilnehmer an surrealen polizeilichen Dienstfahrten, entgeht knapp der eigenen Hinrichtung, begegnet auf der Flucht endlich dem dritten Polizisten, seinem Opfer, und wird von nun an erinnerungslos den Weg zu Kassette, Revierwache, seine Hinrichtung und Flucht immer wieder von neuem erleben, denn er ist tot und in der Hölle.”

Nichtsdestotrotz: Eines der besten Bücher, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Und das mich etwas verwirrt zurückliess (-lässt?).

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