Erinnerungen an Dich – Teil 4

Winterlicher Fluss (Quelle: fryz)
Spaziergänge waren uns das Liebste. Wie oft wanderten wir durch Wälder, durch Städte, dem Wasser entlang oder auch nur zur nächsten Bushaltestelle, nur um festzustellen, dass der Bus um diese Zeit schon längst nicht mehr so fuhr, wie wir dachten.

Winter war es, doch vom Schnee noch nichts oder auch schon wieder nichts mehr zu sehen. Die Kälte spürten wir trotz der Jacke und den Handschuhen. Aber wir genossen sie. Sie zeigte uns, dass wir lebten.

Wir liefen einem Fluss entlang zu einem Punkt, wo sich drei Flüsse begegneten. Das Wasser floss still und ruhig an uns vorbei, langsam und gemütlich. Ohne Eile unterwegs, so wie wir. Wir sahen den Wellen zu, die sanft miteinander spielten. Verrückt mag man es nennen, als ich Schuhe und Socken auszog, meine Hosen hochkrempelte und ins eiskalte Wasser stieg. Zögernd, aber mit glänzenden Augen folgtest du mir. Die Füsse spürten wir bald nicht mehr, doch das war uns egal. Du liefst sogar zu einem etwas entfernten Steininselchen, nur um mir von dort zuzuwinken und mich lachend herauszufordern. Ich bezweifelte, dass mich meine eiskalten Füsse noch so weit trugen und bald kamst auch du zurück.

Wir freuten uns auf die Wärme zuhause.
Und spürten, wie wir lebten.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Tagesgedanken

2 Antworten zu “Erinnerungen an Dich – Teil 4

  1. Manuela

    wunder, wunderschön & berührend dini Wort! grüesslis

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