Man trifft sich immer zweimal im Leben

Zitat aus einem früheren Blogpost vom 25. Juni 2010:

Oder dann diese eine Pendlerin.. Sie ist etwa in meinem Alter, eher sogar ein wenig älter und steigt jeweils schon im Bus an der Haltestelle Univerität in Basel Richtung Bahnhof zu. Immer an der gleichen Haltestelle, meist mit einem dieser Thermobecher in der Hand, die letzten Winter so in Mode kamen. Tee. Und ja, sie ist hübsch, aber darum geht es hier nicht.
Wie ich bisher herausgefunden habe, kommt sie aus Luzern (ich vermute aus einem Vorort) und hatte bis im Winter einen Freund. Der pendelt zwar immer noch jeden Tag nach Basel, aber nicht mehr mit ihr und wenn, dann sitzen sie zwei Wagen auseinander.
Interessant an ihr finde ich, dass wir zweimal kurz miteinander gesprochen haben. Das erste Mal fragte sie mich im Bus, weil ich neben einem leeren Sitz stand (ich bin Stehbusfahrer), ob der Platz noch frei wäre. Und das zweite Mal sass ich schon im Zug mit meinem Englischheft in der Hand (ich hatte vor einer Woche meine CAE-Prüfungen), als sie an mir vorbeilief und ein Abteil weiter ihre Taschen hinlegte. Blick zu mir, Blick aufs Heft. „Machst du das Proficiency?“ Ich meinte dann nur, dass ich mich erst mal am Advanced versuchen würde. Das Proficiency wäre mir noch zu heiss. Sie hat übrigens das Advanced vor ein oder zwei Jahren auch gemacht, ich vermute mal in einem Auslandaufenthalt.
Achja, und sie scheint Italienerin zu sein, oder zumindest ist es ein Elternteil, denn sie spricht fliessend Italienisch. Aber seit einigen Wochen treffe ich sie nicht mehr im Zug oder Bus. Hat sie andere Arbeitszeiten? Hat sie ihre Arbeitsstelle gewechselt? Ich weiss es nicht. Und bald sehe ich sie kaum noch, da ich ja Richtung Basel umziehe. Schade eigentlich, denn irgendwie habe ich sie gemocht. Obwohl kaum miteinander geredet, war es auf eine gewisse Art und Weise eine Freundschaft.
Ich kenne nicht mal ihren Namen…

Heute Morgen im 30er Bus:
Die Tür geht an der Haltestelle Bahnhof SBB auf und eine vollbepackte blonde Frau bahnt sich den Weg hinein. Ein kurzer Blick und Erinnerungen fluten meine Gedanken. Damals, das allabendliche Pendeln von Basel nach Luzern, das Praktikum hier, all die Freundschaften von damals, die heute leider etwas abgekühlt sind, dafür aber vielen Neuen Platz gemacht haben, und mittendrin und stets dabei: Sie.
Sie hat mich erkannt und mir zugelächelt. Mehr nicht. Sie scheint sich nicht verändert zu haben.
Seltsam, wie das Leben so spielt…

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