Für den Schutz vor Waffengewalt?

Es ist bezeichnend, dass man ausgerechnet den obersten Gerichtshof des schiesswütigsten und waffennärrigsten Landes der westlichen Welt zitiert, um das Recht auf Waffenbesitz zu betonen. Unnötig zu erwähnen, dass genau dieses Land in jeder zweiten Region der Welt schon einmal Krieg führte und als so ziemlich einziges Land im „fortgeschrittenen“ Westen die Todesstrafe noch en masse praktiziert.

Die Initiative entwaffne die Armee und verschaffe Verbrechern ein Waffen-Monopol.

Bin ich alleine, wenn mir diese Aussage Sorgen macht? Sollte nicht, ausgenommen von der Polizei, eigentlich niemand mit Waffen herumfuchteln? Selbst die wenigen Sportwaffennarren würden wohl kaum bei einem Einbruch ihre Waffe auf den Einbrecher richten und abdrücken. Oder irre ich mich da? Wäre das dann ein versteckter Aufruf zur Selbstjustiz?

Gewalt kommt nicht von der Verfügbarkeit der Waffe, sondern von der Gewaltbereitschaft des Menschen.

Ganz genau. Nur geht man hier von vernünftigen und geistig gesunden Menschen aus. Zuviele labile Charaktere verbringen aber ihre Zeit im Militär und nehmen danach ihre Waffe mit nach Hause. Bei genau diese Menschen darf man nicht mehr auf die Vernunft bauen, sondern muss auf Nummer sicher gehen und die Angehörigen, Freunde und Nachbarn schützen. Wir alle kennen wohl Jemanden, dem man nicht unbedingt mit vollstem Vertrauen eine geladene Waffe in die Hand drücken würde.

Die Initiative verhindert keinen Selbstmord.

Gekonnt umschifft die gute Frau Estermann die eigentliche Problematik, auf die das Argument der Befürworter hinweisen will. Es geht nicht darum, dass die fehlende Waffe zuhause Selbstmorde verhindern soll, sondern dass unschuldige Menschen mit dem Tod für den Todeswunsch eines Einzelnen bezahlen müssen – bekannte Schlagworte hierfür sind „Amoklauf“ und „Familiendrama“. Laut einer Studie der Universität Zürich könnten durch nicht in Reichweite stehende Armeewaffen bis zu 100 Menschenleben jährlich gerettet werden.

Was mir vorallem Sorgen macht, ist, dass das Recht auf eine Waffe mit Klauen und Zähnen verteidigt wird.
Wofür eigentlich? Die Wenigsten von uns sind Sportschützen. Die Meisten werden die Waffe kaum je anrühren, ausser beim Packen für den WK oder das obligatorische Schiessen.
Wozu muss die Waffe dann zuhause sein?
Planen wir damit, Einbrecher zu erschiessen? Revolutionen anzuzetteln? Sich am Nachbar zu rächen, der regelmässig seinen Müll in unseren Garten schmeisst? Mit der Waffe? Mit Mord?

Braucht die Schweiz erst wieder Krieg, um zu lernen, dass Gewalt Niemandem weiterhilft?

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