Das Wunder der Liebe

Für einmal gibt es mal wieder eine neue Rezension. Zugegeben, ich war in dieser Hinsicht in der letzten Zeit nicht sonderlich… öhm… bei der Sache, aktiv, mir fehlte die Begeisterung dazu.. ach, ist ja auch egal.
Hier folgt mal wieder eine Rezension, das ist alles, was ich sagen wollte:

Dieses Buch war ein ziemlicher Spontankauf, nachdem eine Freundin von mir begeistert davon geschwärmt hat. Und da sie in ihrem Anfällen der Begeisterung sehr enthusiastisch und vorallem überzeugend sein kann, musste mein Geldbeutel dann doch relativ spontan dran glauben (Rezensionen zu den weiteren drei Büchern, die an diesem Tag den Weg des hier Vorgestellten nahmen, werden wohl noch folgen..).

Das Buch trägt den verheissungsvollen Titel „Die Frau meines Lebens“ und wurde geschrieben von Nicolas Barreau (Piper, 978-3-492-25356-7, übrigens schon in der 7. Auflage).

Der erste Satz sagt bereits aus, worum es in dem Buch grob geht:
„Heute bin ich der Frau meines Lebens begegnet.“ (S. 7)
Und käme das Buch nun von einem der unzähligen profillosen Hollywood-Regisseure hätten wir wohl eine schnucklige Brünette (wie Julia Roberts), die beim Shopping in der Unterwäsche-Abteilung in einen Mann rennt, sich den Fuss verstaucht (es leben die High-Heels!), vom galanten Charmeur (nehmen wir mal Hugh Grant) auf eine aufopfernde Art und Weise zum nächsten Notarzt getragen wird (natürlich mit den Einkäufen!), als ob sie einen Herzinfarkt hätte. Das Ende wäre bekannt: Und wenn sie noch nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich zusammen.
So ähnlich dachte ich die ersten Seiten dieses Buches. Mann trifft Frau in Pariser Kaffee (klar, Paris, natürlich), Frau ist aber mit einem Macker (im Buch als „Snape“ bezeichnet) da, schmeisst dem Mann aber trotzdem in einem unbeobachteten Moment eine Karte mit Name, Telefonnummer und der Botschaft „Rufen Sie mich in einer Stunde an“ auf den Tisch. Was macht ein Mann, wenn ihn Amors Pfeil so richtig getroffen hat, aber sich noch eine Stunde zügeln muss, bevor er in Aktion treten darf? Nein, nicht das – er wird nervös und tigert in der Gegend herum. Dumm nur, dass diese Gegend unbedingt ein Park ist, ebenso dämlich, dass er die Karte auf die Bank legt und dämlich hoch drei, dass die Seite mit der Nummer obenauf lag. Beim Blick auf die Karte merkt er dann, dass man durchaus Grund haben kann, Vögel zu hassen, und zwar so richtig. Die Nummer ist herrlich von verdauten Brotkrumen und Vogelkörnern beschmiert und die letzte Zahl der Nummer völlig unleserlich. Jawohl, hier haben wir die Wendung der Geschichte! Und zwar nicht die Letzte. Barreau spielt hier gekonnt mit den Erwartungen des Lesers. Gerade wenn man dachte, dass es jetzt aber klappen würde, dass sich die beiden treffen, spielt wieder etwas dazwischen. Sei es eine falsche Isabelle (so heisst in dem Buch die schöne Unbekannte), eine Alte, die man nach dem zehnten „Dimitri, bist du es?“ am liebsten in den nächsten Teich werfen würde oder ganz einfach nur eine Missinterpretation der Tatsachen.

Wer schon einmal so richtig verliebt war, wird den Wahn des Hauptdarstellers Antoine nachvollziehen können und mitfiebern. Absolut lesenswert!

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