Bitte hör nicht auf zu träumen

Jeden Tag lese ich, meist nur aus Gewohnheit, morgens auf dem Weg zur Arbeit die Zeitung. Ich lese von Unglücken, von Verbrechen, von Unmenschlichkeit und Gewalt. Von Menschen, die anderen Menschen das Leben nehmen, von Menschen, die Andere berauben oder betrügen. Von Kriegen, die meist nur aus einer Nichtigkeit heraus geführt werden. Selten steht etwas Schönes und Gutes auf diesen Blättern aus Papier. Und hinter all diesen üblen Taten steht meist etwas Grösseres: der Hass von Menschen auf ihresgleichen. Und wenn man all dies liest, gelangt man sehr schnell zu dem Schluss, dass diese Welt keine Zukunft hat, weil der Mensch zu einem friedlichen Miteinander nicht fähig ist. Die Frage stellt sich mir immer wieder, ob diese Unfreundlichkeit zu uns Menschen gehört, ob wir einfach nicht fähig sind, uns um fremde Menschen zu sorgen. Wir beruhigen unser Gewissen, indem wir anderen Menschen auf der anderen Seite der Erde etwas Geld schicken. „Wir haben einem afrikanischen Kind wieder für einen Monat Nahrung gegeben.“ Und dann leben wir weiter, als ob nichts gewesen wäre, bis uns eine Aktion oder Werbung wieder das Unglück anderer Menschen in Erinnerung ruft. Egoistisch gehen wir durch den Tag, meist darauf bedacht, dass es hauptsächlich uns selbst gut geht. Erst an zweiter Stelle kommt das Wohl der anderen Menschen, wenn überhaupt. Denn an zweiter Stelle finden sich meist unsere Familie oder materielle Güter, unser Auto, unser Haus. Fremde Menschen? Mit Glück auf den Plätzen 98 bis 100 auf der persönlichen Top100 der wichtigsten Dinge in unserem Leben.
Der Glaube daran färbt ab, auch auf Menschen wie mich. Man denkt zuerst an sich selbst, stellt das eigene Wohl über alles. Und wird so zu einem unter Vielen.

Und dann trifft man Menschen, die das Banner des Mitgefühls mit Stolz durchs Leben tragen, die unverhohlen für eine friedliche Welt werben. Menschen, die dadurch berühmt wurden, wie Mahatma Gandhi, wie Martin Luther King. „I have a dream..“ wurde einst in Amerika zum geflügelten Satz. Diese Menschen lebten und starben für dieses Ziel der geeinten friedlichen Welt, für mehr Gerechtigkeit und Gleichheit der Menschen.
Und ich erkenne mich im Widerspruch, der, obwohl im Vergleich zu der Lebensspanne eines Menschen noch nicht lange auf dieser Welt, bereits aufgegeben hat. Weil Hass und Egoismus in dieser Welt immer stärker werden. Weil Mitgefühl für viele Menschen ein Fremdwort wurde. Weil persönliches Glück über alles gestellt wird.

Ausser bei Menschen wie dir.

 

Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben; nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben; nur Liebe kann das.~
~Martin Luther King~


Gewidmet der Person, die durch wenige Worte gestern Abend meinen Zynismus wieder etwas verringern konnte..

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