Es lebe der Optimismus!

Heute las ich ein Interview mit dem Schriftsteller Matt Ridley in „Das Magazin“ (Heft 27/2010), Titel: „Optimisten brauchen diesen Text nicht zu lesen. Pessimisten sollten ihn auswendig lernen. – Ein Gespräch mit dem notorisch zuversichtlichen Matt Ridley“ (sehr empfehlenswert!).

Eine kurze Zusammenfassung: Matt Ridley ist ein rationaler Optimist, das heisst, sein Optimismus in Bezug auf die Entwicklung der Welt ist nicht wesensgebunden sondern gestützt auf Fakten und Statistiken. In dem Interview, welches übrigens ziemlich lang ist, legt er mit Fakten dar, dass die Menschheit eigentlich doch gar nicht so übel dran ist, wie all die Pessimisten immer zu beweisen versuchen, frei nach dem Motto: „Der Weltuntergang ist nah!“.

Und als ich dieses Interview las, dachte ich ein ums andere Mal: Ich bin nicht der Einzige!
Ich bin ein unerschütterlicher Optimist, auch wenn ich dann und wann in den Rationalismus abgleite. Dank dieser Lebenseinstellung konnte ich mir ein gewisses Mass an Gelassenheit und Ruhe bewahren. Denn ich weiss: selbst wenn mir etwas misslingt ist das kein Weltuntergang und tödlich ist so ein Fehlschlag kaum. Und wenn doch.. Jeder von uns stirbt einmal, früher oder später.

Matt Ridley spricht in dem Interview zwei Probleme an, die sich wirklich relevant auf unseren weiteren Fortschritt auswirken können. Das Eine ist die Entwicklung von Afrika, über welche ich hier ein paar Worte verlieren möchte. Afrika erfährt ständigen Fortschritt. Natürlich kommen jetzt da die Pessimisten mit Schlagworten wie AIDS, Hungersnöte, Diktatoren, Umweltverschmutzung. Aber all diese Dinge können nicht darüber hinweg täuschen, dass es im Allgemeinen aufwärts geht. Wie überall erhält hier das Negative wesentlich mehr Beachtung. Und aus Mitleid verfallen wir Europäer dann in blinden Aktionismus und spenden etwas Geld, damit irgendeine Hilfsorganisation dort etwas Nahrung verteilt. Aber ist das richtig? Sollte mit dem Geld nicht eher etwas sinnvolleres getan werden (so kontrovers sich das jetzt auch anhört)? Mit einem bestimmten Betrag kann man einem Afrikaner für einen Monat Essen schenken. Wäre es aber nicht klüger, damit etwas Aufbauarbeit zu leisten, die Wirtschaft zu stärken? Das Wichtigste in meinen Augen ist, dass Afrika lernt, sich selbst zu versorgen, lernt, die eigenen Möglichkeiten optimal zu nutzen, sofern das noch nicht geschehen ist.
Jedes Volk muss seine eigene Entwicklung durchmachen, beschleunigen sollte man nur minimal. Da ist es auch kein Wunder, dass Afrika auf unseren Spendenregen mit Korruption und Verteilkampf reagiert.

Schlussendlich bin ich, wie Matt Ridley, der Ansicht, dass es uns auch in Zukunft immer besser gehen wird. Zum Glück gibt es aber genügend Skeptiker, die sich alle Mühe geben, unsere Welt vor dem vermeintlichen Untergang zu retten. Dank ihnen erfahren wir stetigen Wandel. Wären wir alle Optimisten, würden wohl die meisten mit der Gewissheit leben, dass alles gut kommt, und die Hände in den Schoss legen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rezensionen, Tagesgedanken

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s