Verrückte Künstler

Ich hab mir vor einiger Zeit ein neues Buch geleistet. Wobei da „geleistet“ wohl das falsche Wort wäre, wenn man bedenkt, dass ich mir Bücher immer gleich stapelweise besorge. Auf jeden Fall hat mich dieses Buch speziell angesprochen, schon alleine wegen der comichaften Titelseite. Und es heisst:

Die grossen Künstler und ihre Geheimnisse, von Elizabeth Lunday (für die Bibliothekare unter uns: 978-3-03774-011-8, Walde+Graf)

Um was es da geht? Ziemlich simpel: Maler/Bildhauer und ihre verrückten Eigenschaften. Man beginnt bei Jan van Eyck und geht über all die bekannten (und einige weniger bekannte) Namen bis zu Andy Warhol. Es gibt zu jedem Künstler jeweils ein paar Eckdaten, ein kurzer Beschrieb des Lebenswandels und dazu noch ein paar Verrücktheiten, die sie sich während ihrer sowieso schon teilweise abstrusen Lebensläufen geleistet haben.

Beispiele gefällig?
Dass Vincent van Gogh ganz gerne mal Blei- und Arsenfarbe direkt ab Tube ass ist ja mittlerweile bekannt (von seiner wirklichen Verrücktheit ganz zu schweigen). Aber auch dass Caravaggio dem Naturalismus verpflichtet war und deswegen eine Leiche gleich selber ausbuddelte und abmalte schreckt doch etwas ab. Eine ganz besondere Art von Schleimer war aber Francisco Goya. Er malte das Bild ‚Allegorie der Stadt Madrid‘ welches ein kleines Portrait von Joseph Bonaparte, dem damaligen König von Spanien und Bruder von Napoleon. Da dann aber Napoleon geschlagen wurde, übermalte er den Teil mit dem Portrait und setze dafür das Wort ‚Constitución‘ (Verfassung) ein. Doch leider kam dann Joseph zurück und Goya korrigierte das Bild wieder, nur um ein Jahr später wieder ‚Constitución‘ einzusetzen, als die Bonapartes endgültig geschlagen wurden. Soweit so gut, leider kam dann aber der ehemalige Kronprinz Spaniens aus dem Exil zurück und Goya korrigierte ihm zu Ehren das Bild wieder und malte dessen Portrait hinein. Als sich dieser dann nicht von seiner besten Seite zeigte und bald einmal starb, wurde das Ganze wieder geändert, diesmal zu ‚Libro de la Constitución‘. Die allerletzte Korrektur kam dann 30 Jahre später, ‚Dos de Mayo‘ (2. Mai), zum Gedenken an den Tag, an den die Franzosen Spanien eroberten. Und das alles ohne Tipp-Ex. Ich persönlich hätte das Bild nach der zweiten Korrektur auf den Müll geworfen.

Alles in allem ein sehr unterhaltsames und dabei sogar noch etwas lehrreiches Buch. Wer sich auch etwas für Geschichte interessiert, wird daran ziemliche Freude haben🙂

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rezensionen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s