Die Melodie unseres Lebens

Nachthimmel

Einmal, wenn wir des Nachts in die Sterne blicken und die spätabendliche Stille der Welt fühlen können, erhaschen wir einen Blick auf die Wahrheit der Welt. Wir sehen, wie tiefgründig und vielfältig unser eigenes Denken und Fühlen, wie einmalig unser eigenes Leben ist. Und in diesem Moment spüren wir, was wir niemals spüren sollten und doch stets danach zu fühlen trachten: Wir erblicken die Einfachheit der Leere und die endlose Weite des Lebenssinns. Dann, und nur in diesem Moment, sehen wir die Gedanken, die tief in unserer Seele als Melodie unser ganzes Leben begleiten werden. Die Melodie, die wir erst kurz vor unserem Tod noch einmal so nah vernehmen werden. In dem Moment, in dem wir dieses Lied erneut hören, werden wir selbst ein Teil dieses Liedes, eine eigene Note in dem Stück des Lebens. Und dann sind wir nicht mehr Individuum, nicht mehr sich selbst, sondern nur noch Teil des Lebens.

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For my love

I follow my heart and leave my mind to wonder
Is this love worth the sacrifices I make?

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April 13, 2013 · 10:35 vormittags

Wie eine Liebende empfindet

Virginia empfand, wie eine Liebende empfindet: Sie war verzagt, wenn sie sich vernachlässigt fühlte, verzweifelt, wenn Vita nicht da war, wartete ungeduldig auf Briefe, brauchte Vitas Gesellschaft und lebte in der seltsamen Mischung von Hochstimmung und Verzweiflung, die für Liebende – und man sollte meinen, nur für Liebende – bezeichnend ist.

Quentin Bell über die Beziehung zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville-West

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Zwischen den Stühlen

Diese Grausamkeiten [des Mittelalters] sind in Wirklichkeit keine. Ein Mensch des Mittelalters würde den ganzen Stil unseres heutigen Lebens noch ganz anders als grausam, entsetzlich und barbarisch verabscheuen! Jede Zeit, jede Kultur, jede Sitte und Tradition hat ihren Stil, hat ihre ihr zukommenden Zartheiten und Härten, Schönheiten und Grausamkeiten, hält gewisse Leiden für selbstverständlich, nimmt gewisse Übel geduldig hin. Zum wirklichen Leiden, zur Hölle wird das menschliche Leben nur da, wo zwei Zeiten, zwei Kulturen und Religionen einander überschneiden. Ein Mensch der Antike, der im Mittelalter hätte leben müssen, wäre daran jämmerlich erstickt, ebenso wie ein Wildtier inmitten unserer Zivilisation ersticken müsste. Es gibt nun Zeiten, wo eine ganze Generation so zwischen zwei Zeiten, zwischen zwei Lebensstile hineingerät, dass ihr jede Selbstverständlichkeit, jede Sitte, jede Geborgenheit und Unschuld verlorengeht.

Harry Haller in “Der Steppenwolf” (Hermann Hesse)

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Herbst (und doch auch zeitlos)

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

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Erinnerungen an eine gemeinsame Nacht

Sonnenaufgang

Äusserlich gelassen und ruhig sitze ich da, in der Hand eine Tasse Rose d’Amour, den Blick weit entfernt in die unendliche Leere gerichtet. In Gedanken ziehen die Geschehnisse der letzten Nacht vorbei – die gemeinsamen Stunden, die Berge und Täler der Stimmungen und Momente und die Nähe und Wärme des Höhepunktes. Das Aufwachen am nächsten Morgen, welches seltsam und doch irgendwie schön war. Und gleichzeitig die Einsamkeit dieses gemeinsamen Moments, der nur scheinbar und nach aussen von Intimität geprägt war. Ich fühlte mich selten fremder. Nicht fremd gegenüber dir, sondern gegenüber mir selbst. Nicht der Moment irritierte mich, nicht was wir taten oder eben nicht taten, sondern meine Gefühle, deren Kälte und die gleichzeitige Wärme des Momentes, die widersprüchlicher kaum sein konnten. Und kaum verliess ich dein Zuhause, war ich wieder ich selbst. Liebevoll mir selbst gegenüber, voller Rücksicht auf meine Wünsche und Gefühle und mit Güte und Herzlichkeit gegenüber meinen Schwächen. Nicht mehr ausgesetzt einer Situation, der ich nicht gewachsen zu sein schien, blühte ich auf und genoss den kühlen Morgen, den Aufgang der Sonne und die Zeit mit mir selbst.
Habe ich etwa gelernt, mich selbst zu lieben, nicht angewiesen auf die Bestätigung meiner selbst durch andere? Und schon war die Kälte des nächtlichen Moments vorüber und die Erinnerung daran schien nur noch eine blasse Ahnung zu sein. Im Lichte dieses Morgens aber wird diese Erinnerung stets eine Gute bleiben. Denn in gewisser Weise war dies der erste Schritt meines Aufbruchs in eine neue Welt.

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Eingeordnet unter Tagesgedanken

Am morge früeh



— … —
— Schaffs eifach nöd, das ich mich erfreu, —
— ab dem woni ha, suech ständig öppis nois —
— … —

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Mediales Massaker mit Ekel-Faktor

Gestern Abend fiel wohl endgültig der Beschluss, dass ich zukünftig nur noch auf die Nachrichtenportale richtiger Tageszeitungen setzen werde und diejenige von Gratisblättern zu meiden versuche. Ich machte zwar schon immer einen grossen Bogen um bestimmte Nachrichtenportale (Blick, sag ich da nur!) und auch deren Printblätter verwendete ich nicht einmal, wenn ich sie gratis bekäme und nur zum Anzünden eines wohligen Kaminfeuers benutzten sollte. Aber was seit gestern Abend auf dem Nachrichtenportal von 20min abläuft, sprengt jede Dimension des Erträglichen und lässt auch dieses endgültig in der Versenkung meiner Achtung verschwinden.

Worum es konkret ging?
Kaum erschoss ein Amokläufer in den USA an einer Schule einige Kinder, rollte die Medienwelle los. Breaking News, gross und mit seitenfüllenden Bildern unterlegt, Live-Ticker mit allen (wichtigen?) Details, Bildern und Videos, ganze Bildstrecken von verstörten Angehörigen und Polizisten, dekorativ um die Schule postiert. Dazu laufend Einzelbeiträge zu allen Aspekten der Thematik, am besten noch verknüpft mit Analysen von Experten zu Drogenmissbrauch, Gewaltspiele und Waffengesetzen. Die Kommentarspalten voll mit Beleidsbekundungen, Kritik an Waffen, Drogen, Familienkonstellationen oder am amerikanischen Gesellschaftssystem.
Ekelerregend, wie diese Geschichte ausgeschlachtet wurde, als gäbe es auf der ganzen Welt keine andere Thematik mehr. Erst wenn man bereit war, einige Seiten zu scrollen, erkannte man, dass die Welt nicht stehenblieb und auch noch andere Ereignisse geschahen. Versprach 20min einst eine Gratiszeitung zu werden, die ein gewisses Niveau an Seriösität versprach, so ist sie heute nur noch zu einem Blick-Pendant verkommen. Mit der Bekanntheit kam die überbordende Sensationsgeilheit. Qualität ist zweitrangig und Hintergrundberichte bedeuten zu viel Arbeit. Was es braucht sind Bilder, Videos, Diskussionen und Klatsch. Hauptsache: Emotionen auslösend. Dass damit wohl unzählige Leser verprellt werden, scheint niemanden zu stören.

Traurig, liebe 20min, dass ihr so tief gesunken seid.

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Eingeordnet unter Ereignisse, Tagesgedanken

Dear *censored*

Wer mitsingen möchte:

Dear Penis,
I don’t think I like anymore,
You used to watch me shave,
Now all u do is stare at the floor.
Oh dear Penis,
I don’t like you anymore.

It used to be u and me,
A paper towel, and a dirty magazine,
That’s all we needed to get by.
Now it seems things have changed,
I think that your the one to blame.
Dear Penis,
I don’t like u anymore.

Now he sings,

Dear Rodney,
I don’t think I like u anymore,
‘Cause when u get to drinkin’
You put me places I’ve never been before.
Dear Rodney,
I dont like u anymore.

Why can’t we just get a grip,
On our man to hand relationship.
Come to terms with truly how we feel.
If we put our heads together,
We’d just stay home forever,
Dear Penis,
I think I like you after all.

Oh and Rodney,
While yer shavin’,
Shave my balls

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Richard Cheeeeeeeeese


 
Eine Neuentdeckung, die ich dank einem von mir verfolgten Blog heute erfahren durfte. Tolle Musik. Für jede Gelegenheit. Vor allem aber, um die gute Laune zu fördern.

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